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Das Hauptgebäude und seine Geschichte

„Der Forschung, der Lehre, der Bildung“ – mit diesen Worten übergab der Kaufmann Edmund J.A. Siemers am 13. Mai 1911 unser heutiges Hauptgebäude dem Senat der Stadt Hamburg. Dieser Mann, so der damalige Bürgermeister von Melle in seinen Erinnerungen, habe im Juli 1907 „ganz überraschend“ vor ihm gestanden mit der Frage „Brauchen Sie nicht ein Vorlesungsgebäude?“ Und von Melle brauchte in der Tat eines: Das 1895 durch von Melle reformierte „Allgemeine Vorlesungswesen“ war so erfolgreich, das es aus allen Nähten platzte. Vor allem in den Wintersemestern reichten die Vorlesungsräume, die über verschiedene Schul- und Museumsgebäude der Stadt verteilt waren, nicht mehr aus.

Aus 86 Entwürfen, die zu dem 1907 erlassenen Preisausschreiben eingereicht worden waren, wurde die Arbeit von den damals noch unbekannten Hermann Distel und August Grubitz ausgewählt:Nach Ausstellung der Entwürfe in der Kunsthalle erteilte Edmund Siemers als Bauherr am 13. Juni 1908 den definitiven Auftrag an die Architekten. Der erste Spatenstich erfolgte am 12.März 1909 und ein Jahr später die Errichtung des Kuppelbaus. Auch wenn die Bauarbeiten im April 1911 abgeschlossen wurden, dauerte es noch weitere 7 Jahre, bis der reguläre Universitätsbetrieb aufgenommen wurde.

Ebenso wie das Curio-Haus überlebte die Universität die Angriffserien im Zweiten Weltkrieg. Dennoch richteten die Explosionswellen der eingesetzten Sprengbomben erhebliche Schäden an. In der Tat erwog das Reichserziehungsministerium eine Schließung der Hamburger Universität und die Verlagerung der Veranstaltungen vor allem nach Göttingen. Fotos zeigen eine fast fensterlose Nordseite unseres Hauptgebäudes mit einem teilweise abgedeckten Dach.

Nach umfangreichen Aufräum- und Reparaturarbeiten wurde der Vorlesungsbetrieb im Sommersemester 1947 wieder aufgenommen.

Ende der siebziger Jahre sorgte sich das Baureferat um die Erhaltung des Gebäudes und seine Anpassung an veränderte Nutzungsbedürfnisse. Neben vielen auffälligen Veränderungen im Inneren stand der Versuch im Mittelpunkt, die Hallen im Eingangsbereich sowie das Treppenhaus mit seinen Vorhallen in seiner Farbgestaltung an den ursprünglichen Zustand des Jahres 1911 anzupassen.

Die Flügelbauten neben dem Hauptgebäude wurden vom Hamburger Stifterehepaar Greve gespendet und 1998 fertig gestellt.

Seit den umfangreichen Umbau- und Modernisierungsmaßnahmen im Hauptgebäude zwischen 2001 und 2004 präsentiert sich das denkmalschutzwürdige Gebäude nicht nur in einem schönen neuen Gewand. Zusammen mit dem neuen Gestaltungskonzept stand die Ausstattung mit modernster Medien- und Studiotechnik, die sich u.a. über Hörsaal B, den Saal des Akademischen Senats und die angrenzenden Räume erstreckt, im Mittelpunkt der Modernisierung.

Autor: Michael Meyer, Stand: 10.07.2006 16:28 Uhr

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