Kommunikation
Vernetzte Projekte als Community
CommSy goes Hamburg
Von Iver Jackewitz
CommSy ist die Abkürzung für Community System und bezeichnet eine webbasierte Kommunikations- und Kooperationsplattform, die als OpenSource-Software verfügbar ist. Dabei zeichnet sich CommSy durch Web 2.0 Tugenden wie Einfachheit, Gemeinschaft, usw. aus, und dies schon lange bevor der Begriff Web 2.0 erfun-den wurde. So existiert CommSy bereits seit 1999 und ist aufgrund dieser Tugenden sowie der besonderen Nähe zwischen den Nutzenden, der Entwicklung und Bereitstellung im Bereich digitaler Medien in der Bil-dung in Hochschule und Schule heute nicht mehr weg-zudenken.
Rückblick
1999 wurde CommSy in einer extracurricularen Ar-beitsgruppe am Department Informatik der Universität Hamburg aus der Not einer webbasierten Unterstüt-zung und mangelnder guter Optionen geboren. Im WiSe 1999/2000 überstand CommSy die Feuertaufe in einem Projektseminar in der Informatik und wurde im SoSe 2000 bereits in einer Handvoll Veranstaltungen in der Informatik und Erziehungswissenschaft eingesetzt. Im Rahmen der Internationalen Frauenuniversität zum Zeitpunkt der Expo2000 unterstützte CommSy erfolg-reich über zehn multinationale Arbeitsgruppen.
Im Jahre 2001 begann ein vom BMBF gefördertes Projekt, welches sich der Bereitstellung und Entwick-lung von CommSy annahm. In diesem Zeitraum wurde nicht nur CommSy wesentlich erweitert, sondern auch die Nutzungszahlen über Hamburgs Grenzen hinweg stiegen bis Ende 2003 kontinuierlich. CommSy selbst wurde Ende 2003 in eine OpenSource-Software überführt.
In den Jahren 2004 und 2005 veröffentlichte die CommSy-OpenSource-Entwicklung kontinuierlich neue Versionen und die Nutzungszahlen steigen weiterhin an. Insbesondere startet im Rahmen eines ELCH-Projekts Anfang 2004 das mittlerweile größte und berühmteste CommSy-Portal, das EduCommSy mit derzeit über 10.000 Nutzenden, wovon im letzten Semester (SoSe 2007) über 5.000 aktiv waren. Anfang 2006 liefen die Ressourcen aus verschiedenen ELCH-Projekten aus, so dass schließlich das RRZ die Comm-Sy-Bereitstellung für alle Hamburger Hochschulen ab dem WiSe 2006/2007 übernahm und bis zunächst Mitte 2009 fortführt.
Status Quo im RRZ
Das, was 1999 in einer extracurricularen Arbeitsgruppe im Department Informatik der Universität Hamburg begann und über ein BMBF-Projekt, verschiedene ELCH-Projekte, sowie durch das Engagement von Personen aus der Informatik, Erziehungswissenschaft, Geisteswissenschaft, dem Regionalen Rechenzentrum usw. vorangetrieben wurde, steht heute als meistge-nutzte „Kommunikations-Plattform“ an der Universität Hamburg da.
Die Bereitstellung von CommSy für alle Hamburger Hochschulen durch die Expertise des Regionalen Re-chenzentrums der Universität Hamburg ist daher nur ein konsequenter Schritt gewesen, die CommSy-Bereitstellung zu professionalisieren.
Neben dem technischen und organisatorischen Aufbau der CommSy-Bereitstellung im RRZ, der Verzahnung in vorhandene und den Aufbau von neuen Support-strukturen sowie dem Ausbau von Nutzungszahlen in bereits vorhandenen Nutzungskontexten (Erziehungs-wissenschaft, Informatik) ist es dem RRZ in Koopera-tion mit Prof. Dr. Meister aus den Geisteswissenschaf-ten sowie seinem AGORA-Team gelungen, eine auf Lotus Notes Basis aufgebaute Lehr- und Forschungs-plattform ins RRZ und zu CommSy zu migrieren. Es wurden dabei erfolgreich migriert:
• 72 virtuelle Lehrveranstaltungen (sog. CoMos)
• 4.121 Beiträge
• 2.257 Dateianhänge mit insgesamt 585,7 MB
• 1.798 Nutzende
Die neue e-Plattform AGORA für die Hamburger Geis-teswissenschaften ist unter folgender URL zu errei-chen: http://www.agora.uni-hamburg.de/
Zukunft
Die oben dargestellte Migration ist aber nur der erste Schritt in einem weiterführenden Prozess, der die in-tegrierte Nutzung von verschiedenen im RRZ angebo-tenen Dienstleistungen als Ziel hat. So sollen die für MICHeL (http://www.rrz.uni-hamburg.de/lls.html) zur Unterstützung der Lehre und des Lernens angebotenen Werkzeuge (zzt. u.a. Blackboard, CommSy und Con-nect) genauso miteinander verknüpft werden wie mit weiteren am RRZ angebotenen Werkzeugen sowie schließlich auch mit STiNE.
Erste Schritte dazu werden gerade – initiiert von Ro-nald Winnemöller (RRZ) – unternommen, um im kommenden Semester eine prototypische Umsetzung in einem Testbetrieb zu erproben. Weitere Informationen finden Sie unter https://www.commsy.uni-hamburg.de oder auf Anfrage bei iver.jackewitz(at)rrz-uni-hamburg .de.