TSM-Client auf Deutsch umstellen
Der TSM-Client ist nach der Installation durchgehend englischsprachig, die Auswahl 'Deutsch (Deutschland)' am Anfang der Installation gilt nur für die Installation selber. Das deutsche Sprachpaket ist auch auf dem FTP-Server der Universität Karlsruhe erhältlich und befindet sich dort im gleichen Verzeichnis wie die Installationsdatei des TSM-Clients.
Wenn der TSM-Client den Dateinamen 6.2.2.3-TIV-TSMBAC_DEU-WinX32.exe hat, hat die dazu passende deutsche Sprachdatei den Dateinamen 6.2.3.3-TIV-TSMBAC_DEU-WinX32.exe . Wenn es zu einer TSM-Client-Version keine direkt passende Sprachdatei gibt, wie z.B. zur Version 5.4.1.6, so kann die entsprechende Datei zur Version 5.4.1.2 verwendet werden.
Diese nach dem TSM-Client installieren, dann den TSM-Client aufrufen und via
Edit -> Preferences -> Regional Settings -> Language
die Sprache wie gewünscht ändern. Einige andere Regionaleinstellungen (z.B. das Datumsformat) lassen sich auch dort ändern. Nach dieser Änderung den TSM-Client einmal schließen und wieder neu starten, die Menüs usw. sollten nun in deutsch dargestellt sein.
Verzeichnisse für die Datensicherung festlegen
Ebenfalls in den Einstellungen können die Verzeichnisse oder Dateien festgelegt werden, die gesichert bzw. nicht gesichert werden sollen. Sie finden diese Einstellungen unter
Editieren -> Vorgaben -> Einschluss/Ausschluss bzw. auf englisch
Edit -> Preferences -> Include/Exclude .
Diese Einstellungen können für das Backup und die Archivierung unterschiedlich gewählt werden.
Sichern von Dateien mit Umlauten im Dateinamen unter Unix / Linux
Befinden sich Dateien mit Umlauten in den zu sichernden Verzeichnissen, so verlangt die Konfiguration des TSM-Clients eine besondere Vorbereitung, damit sichergestellt ist, dass alle Dateien fehlerfrei gesichert werden.
Als erstes muss sichergestellt werden, dass die zum Sichern verwendete "locale" auch vorhanden ist. Tippen Sie dazu den Befehl
locale -a |grep en_US
ein. Es sollte nun mindestens der Eintrag "en_US.ISO-8859-1" aufgelistet werden. Sollte dies nicht der Fall sein, dann editieren Sie bitte die Datei /etc/locale.gen, fügen dort die Zeile
en_US ISO-8859-1
ein und führen Sie anschließend den Befehl
locale-gen
aus. Sollten Sie nicht als root eingeloggt sein, so setzen Sie dem Befehl ein sudo voran. Unter Debian oder Ubuntu müssen Sie stattdessen den Befehl
sudo dpkg-reconfigure locales
verwenden, um die fehlende Codepage auszuwählen und danach automatisch generieren zu lassen. Unter SUSE Linux oder Open Enterprise Server verwenden Sie bitte yast.
Anschließen müssen Sie immer vor dem Starten des TSM-Clients (egal ob GUI oder das Kommandozeilentool dsmc) bzw. vor dem Starten des Schedulers folgende Befehle an der Kommandozeile ausgeführen:
unset LC_ALL export LANG=en_US export LC_TYPE=en_US
Die benötigten Umgebungsvariablen können auch nur für den TSM-Scheduler angegeben werden. Der Aufruf auf der Kommandozeile lautet dann:
LANG=en_US LC_ALL=en_US LC_TYPE=en_US nohup /usr/bin/dsmc sched > /dev/null 2>&1 &
Sollte der Scheduler bereits laufen, so beenden Sie ihn (ps -efa | grep dsm zum Auffinden der PID und dann kill zum Beenden) zuerst, bevor Sie den obigen Aufruf zum erneuten Starten verwenden
Kontrollieren Sie bitte in den ersten Tagen der Sicherung, ob es auf Ihrem System trotzdem noch Probleme mit der Kodierung von Dateinamen gibt. Sehen Sie sich dazu den Inhalt der Datei dsmsched.err (unter Linux meist im Verzeichnis /var/log/) genauer an, die Fehlermeldungen haben die Form
ANS4042E Object name '/your/path/to/file/l\ufffdwe.jpg' contains one or more unrecognised characters and is not valid.
Weitere Details zu diesem Thema finden sich auf einer Hinweisseite von IBM oder in den beiden Tivoli Field Guides

Sichern von geöffneten Dateien unter Windows
Befinden sich Dateien während des Sicherungslaufes in Benutzung (d.h. sie sind durch andere Programme / das Betriebssystem zum Schreiben oder Lesen geöffnet), so können diese vom TSM-Client u. U. gar nicht bzw. nicht fehlerfrei gesichert werden. Typischerweise gehören dazu Teile der Windows-Registry, aber auch von Benutzern geöffnete Dokumente, Outlook-Postfach-Dateien o.ä.
Damit diese Dateien dennoch gesichert werden können, muss eine spezielle Option im TSM-Client aktiviert werden. Starten Sie dazu die GUI durch Doppelklick auf das Symbol "Sichern-Archivieren - GUI.". Wählen Sie dann den Menüpunkt "Edit" / "Client Preferences". Auf der Klappkarte "Snapshot" wählen Sie im Bereich "Enable snapshot based file backup/archive using:" den Punkt "VSS" aus. Klicken Sie dann unbedingt auf "Apply", damit die Änderungen auch gespeichert werden. Wichtiger Hinweis für Windows Server 2003 und Windows Server 2003R2: Es müssen die Patches 934016 (für COM+) und 940349 (für VSS) installiert sein.
Falls Sie das direkte Bearbeiten der dsm.opt-Datei vorziehen, so fügen Sie dort die Zeile
SNAPSHOTPROVIDERFS VSS
hinzu.
Anschließend müssen Sie den Windows-Dienst "TSM Client Scheduler" über die Systemsteuerung neu starten, ansonsten werden die Änderungen erst nach einem Neustart des Systems aktiv.
Bitte beachten Sie: Diese Art der Sicherung steht für Windows XP nicht zur Verfügung!
Verschlüsseltes Dateisystem und Client-Kompression
In TSM existiert ein bekanntes Problem bei der Kombination von verschlüsseltem Dateisystem und Client-Kompression beim Backup. So gesicherte Dateien sind möglicherweise beim Restore nicht mehr lesbar. Die Client-Kompression sorgt lediglich dafür, dass für das Backup eine geringere Netzwerkbandbreite benötigt wird, allerdings auf Kosten der CPU-Nutzung des Clients. Da es im allgemeinen keinen Engpass beim Netzwerk mehr gibt, sollte die Client-Kompression ohnehin nicht mehr verwendet werden.
Löschen Sie bitte, so vorhanden, in Ihrem TSM-Installationsverzeichnis in der Datei dsm.sys (Unix, Linux) bzw. dsm.opt (Windows) folgende Zeile:
Compression Yes
Stoßen Sie danach bitte ein neues Backup Ihres Rechners an.
Ändern des Node-Passworts auf der Kommandozeile
Das Node-Passwort können Sie mittels folgendem Befehl auf der Kommandozeile ändern:
dsmc set password
Kann unter Windows auch ein Nicht-Administrator Dateien sichern bzw. restaurieren?
Prinzipiell ja, er braucht aber dazu die folgenden Rechte: - Er muss Mitglied der Gruppe der Sicherungs-Operatoren (Backup-Operators) sein.
- Er muss das Privileg "Verwalten von Überwachungs- und Sicherheitsprotokollen" ("Manage auditing and security log") haben.
- Er muss Eigentümer der Datei sein, die er sichern bzw. restaurieren möchte.
Mehr als 3 Versionen von Dateien vorhalten
Für einige wichtige, sich häufig ändernde Dateien (z.B. Mailboxen) ist die Vorgabe, dass die aktuelle sowie 2 gelöschte Versionen jeder Datei auf dem Backup-Server vorgehalten werden, nicht ausreichend. In diesem Fall gibt es die Möglichkeit, inkl. der aktuellen Version 10 Versionen jeder Datei aufzubewahren.
Hierfür muss in der Datei dsm.sys, die sich im Client-Installationsverzeichnis befindet (Linux: /opt/tivoli/tsm/client/ba/bin/ , Unix: /usr/tivoli/tsm/client/ba/bin/ , Windows: C:\Programme\Tivoli\TSM\baclient\ ), folgende Zeile hinzugefügt werden:
include / back10
Für ein Linux-Mailbox-Verzeichnis hieße das also:
include /var/spool/mail/* back10 bzw. für Maildirs:
include /.../Maildir/.../* back10
('/.../' steht für eine beliebige Anzahl Verzeichnisse). Nach der Änderung einmal den Scheduler neu starten (wie oben unter "Sichern von Dateien mit Umlauten im Dateinamen" beschrieben) und mittels
'dsmc q inclexcl' auf der Kommandozeile testen, ob der TSM-Client die neue Include-Liste korrekt verarbeitet.
TSM-Scheduler neu starten
In bestimmten Fällen müssen Sie den TSM-Scheduler neu starten, z.B. wenn Sie die Client-Konfigurationsdatei geändert haben. Die Vorgehensweise unterscheidet sich je nach Betriebssystem, für alles benötigen Sie Administratorrechte:
Linux
ps -efa|grep dsmc
ermittelt die Prozessnummer des TSM-Schedulers ('dsmc sched', zweite Spalte von vorne). Diesen Prozess dann mit
kill PROZESSNUMMER
beenden und den TSM-Scheduler mittels
/etc/init.d/tsm start
wieder starten. In der Scheduler-Log-Datei (befindet sich in der Regel unter /var/log/dsmsched.log oder /var/adm/ras/dsmsched.log) können Sie das Starten des Schedulerprozesses kontrollieren.
Windows
Rufen Sie die Diensteverwaltung unter 'Systemsteuerung' -> 'Verwaltung' -> 'Dienste' auf und suchen Sie den TSM-Scheduler-Dienst. Dieser heißt in der Regel 'TSM-Scheduler', der Name wurde bei der Installation des TSM-Clients vergeben. Den Dienst markieren Sie und klicken links oben auf 'Diesen Dienst neu starten'.
Autor: Björn Rackoll, Stand: 17.02.2012 10:18 Uhr |